Rezension: Das Mädchen im Torhaus von Julie Klassen

Bereits vor einer Woche habe ich mit dem Lesen von Das Mädchen im Torhaus von Julie Klassen begonnen und es gestern endlich beendet. Ich kann nicht behaupten, dieser Roman hätte mich gelangweilt, umgehauen hat er mich jedoch auch nicht. Julie Klassen zählt, schon seit ich meinen ersten Roman von ihr gelesen habe, zu meinen Lieblingsautorinnen, weswegen ich immer mit hohen Erwartungen an ihre Romane herangehe, wie es auch bei diesem der Fall war – erfüllt wurden sie aber leider nicht ganz.


Autorin: Julie Klassen, 448 S., Erschienen: 06.12.2013, SCM Hänssler Verlag, Einband: Paperback, Neupreis: 9,95€, Originaltitel: The Girl in the Gatehouse, Bewertung:
★★★☆☆ 3/5 Sterne

Inhalt: Ein verlassenes Torhaus dient als neue Heimat von Mariah Aubrey. Verstoßen von ihrem Vater, muss sie sich ein neues Leben aufbauen. Nicht leicht für ein junges Mädchen im Jahr 1813. Doch Mariah hat eine seltene Begabung: Sie ist eine talentierte Schriftstellerin und so beginnt sie zu schreiben, unter Pseudonym, gegen die Konventionen der Zeit. Als der junge Marineoffizier Matthew das Anwesen übernimmt, geraten diese Pläne durcheinander. Mariah hat nicht damit gerechnet, sich wieder zu verlieben, noch weniger damit, mit dem Skandal konfrontiert zu werden, der sie aus ihrer Familie vertrieben hat. Ein Buch, mit dem sich Julie Klassen mehr als je zuvor in die Welt von Jane Austen begibt.

Meinung: Für Jane Austen-Liebhaber sind Julie Klassens Romane definitiv ein Muss – somit auch für mich. Noch bevor ich mit dem Lesen angefangen habe, habe ich im Nachwort der Autorin gelesen, dass ihr als Vorlage für diesen Roman Überredung von Jane Austen gedient hat und da ich Überredung besonders mag, habe ich mich umso mehr auf diesen Roman gefreut. Man hat auch schon von Anfang an Parallelen ziehen können, auch wenn einige zentrale Dinge etwas anders abgelaufen sind als in Überredung. Das hat mich jedoch nicht gestört, denn Das Mädchen im Torhaus sollte ja keine Kopie des Romans Überredung werden.

Die Protagonistin Mariah habe ich sehr schnell liebgewinnen können. Zwar hat mich ihre Naivität, man kann sagen, dann und wann genervt, doch dies hat nichts an der Tatsache geändert, dass sie mir sympathisch war. Dass sie im Torhaus lebte hatte den Grund, dass sie in ihrer Vergangenheit einen schwerwiegenden Fehler begangen hat, der in gewisser Weise Schande über ihre Familie, insbesondere aber über sie selbst gebracht hat. Im Torhaus lebte sie zwar eun zurückgezogenes Leben, langweilig war es dort aber nicht.
Sie beginnt, als anonyme Autorin zu schreiben, lernt neue Leute kennen und trifft auf geheimnisvolle Geschichten und Menschen. Jedoch trifft sie auch, wider ihrer Erwartungen, einen Mann, den sie lieben lernt.

Zu der damaligen Zeit wurde sehr oft unter Pseudonymen geschrieben, so auch Mariah, die ihre Romane von einer Lady A. ausgeben ließ. Sie tat es deshalb, um ihren Vater nicht noch mehr zu verärgern, denn seiner Meinung nach war es Unfug, Romane zu schreiben. Zudem war der Ruf, insbesondere der einer Frau, sehr wichtig, denn ohne einen guten Ruf zu haben, war die Wahrscheinlchkeit, jemals einen Mann zu finden, der eine dann noch heiraten wollen würde, so gut wie nicht mehr vorhanden.

Dieser Roman ist in einem christlichen Verlag erschienen, doch leider hat mir der Bezug zum Glauben und zu Gott gefehlt. Hin und wieder haben die Protagonisten zwar ein Gebet gesprochen oder einige Zeilen über Gott nachgesinnt, doch dies blieb sehr stark im Hintergrund. Vielmehr lag das Augenmerk auf der Entwicklung der Beziehung zwischen Mariah und Captain Bryant und auf den Geheimnissen, die es herauszufinden galt.

Insgesamt hat mir der Roman leider nicht so gut gefallen, wie andere Romane der Autorin, besonders wenn man bedenkt, dass meine Erwartungen recht hoch angesetzt waren. Bis auf einige Längen hat mich Das Mädchen im Torhaus jedoch trotz allem unterhalten, denn es war an einigen Stellen spannend und geheimnisvoll.

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