Rezension: Überredung von Jane Austen

Endlich habe auch ich einen Roman von Jane Austen gelesen! Vor einigen Tagen habe ich mich ganz spontan für Überredung entschieden und ich bereue es nicht, denn wenn das Lesen auch anders war als erwartet, hat es mir auf jeden Fall gefallen.

Autorin: Jane Austen, 320 S., Anaconda Verlag, Einband: Hardcover, Neupreis: 6,95€, Originaltitel: Persuasion

Vor acht Jahren schlug Anne Elliot auf Anraten ihres Vaters den Heiratsantrag des jungen Heißsporns Frederick Wentworth aus und entschied sich für ein ruhiges Leben auf dem Familiengut. Doch fad schmeckt der Alltag in den Kreisen des Landadels, der in leerem Standesdünkel verharrt. Als sie dem inzwischen gereiften Frederick überraschend wiederbegegnet, bahnt sich nur zögerlich eine zarte Romanze an. Jane Austens letzter Roman (1818) zeigt eine Heldin, die ihr Schicksal schließlich unmissverständlich in die eigenen Hände nimmt.

Jane Austens letzter vollständiger Roman ist schließlich mein erster Roman von ihr geworden. Schon als ich die BBC-Verfilmung zum ersten Mal gesehen habe, war mir klar, dass Überredung von nun an definitiv zu meinen Lieblingen gehören wird. So geht’s mir nun auch mit dem Roman. Er ist so ganz anders geschrieben, als ich es erwartet oder einfach nur gewohnt bin, denn er ist vor beinahe zweihundert Jahren erschienen, weswegen man sich darüber also nicht wundern sollte. Doch dieser so ganz andere Schreibstil hatte etwas erfrischendes an sich, dass er mir doch irgendwie ganz gut gefallen hat.

Die Protagonistin Anne Elliot ist, wie man im Nachwort lesen oder aber selbst vielleicht entdecken kann, keine typische Frau für das neunzehnte Jahrhundert – typisch im Sinne von in Ohnmacht fallen u. Ä. Sie ist eine kluge und eigenständige Frau, Ende dreißig, und dass sie ihren Verstand benutzt hat, um das Verhalten anderer, aber vor allem auch das eigene, zu analysieren und richitge Schlüsse daraus zu ziehen, hat mir sehr imponiert. Außerdem war sie sehr liebenswürdig und ließ sich nicht von Illusionen oder Wunschdenken verführen. Man merkt zudem, dass sie ihre Klugheit einsetzt, um aus ihren eigenen Fehlern zu lernen.
Es war für mich sehr interessant zu lesen, wie sie den Kontakt mit „guten“ Menschen zu schätzen wusste, während sie versuchte, egoistischen und oberflächlichen Leuten, zu denen leider auch ihr Vater und ihre älteste Schwester zählten, zu vermeiden.

Dieser Roman hilft einem, sich vorstellen zu können, wie es in der damaligen Zeit überhaupt zugegangen ist. Freunde und gute Bekannte, sogar Verlobte, haben sich gesietzt und so gut wie alles lief sehr förmlich ab. Außerdem war den Menschen sehr wichtig, wie sie vor der Gesellschaft dastanden (am besten natürlich im besten Licht), wobei sich das im Vergleich zu Heute nicht so sehr verändert hat, der Drang dazu ist nur etwas schwächer geworden.

Über diesen schönen Roman lässt sich vieles schreiben, doch ich komme an dieser Stelle langsam zum Ende. Ich habe das Lesen sehr genossen, es hat mir gefallen, in das, wenn auch fiktive, Leben der Anne Elliot abzutauchen und mich in sie hineinzuversetzen, denn ich konnte Einiges für mich selbst mitnehmen bzw. lernen, was ich hoffentlich nicht vergessen werde.
Von mir gibt es 4-5 Sterne.

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4 Gedanken zu “Rezension: Überredung von Jane Austen

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