Rezension: The Romantics von Galt Niederhoffer

Trotz der nur knapp 300 vorhandenen Seiten habe ich für The Romantics vier Tage gebraucht, um es durchzulesen. Das Besondere an diesem Buch ist für mich, dass es auf englisch ist und englische Bücher lese ich – leider – viel zu selten bis gar nicht. Allerdings hatte ich keine großen Schwierigkeiten mit der Sprache, was mich natürlich sehr freut und motiviert, mehr auf englisch zu lesen.

Autorin: Galt Niederhoffer, 288 S., Picador Verlag, erschienen am: 31.08.2010, Einband: Paperback, Neupreis: 17,99€

„Laura and Lila were college roommates–one brooding and Jewish, the other the epitome of golden WASP-dom. Now it’s ten years later, a day before Lila’s wedding to Laura’s former boyfriend, and as the guests arrive, Laura finds herself the only one not coupled up. Struggling with the traditionally thankless role of maid of honor, Laura realizes for the first time why she can’t stop thinking about her long, tangled relationship with the groom. And it appears that he is not entirely ready for the altar himself. Unfolding over two days off the coast of Maine, „The Romantics“ follows the shifting allegiances among an unforgettable set of characters.“

Vor einiger Zeit habe ich bereits den Film „The Romantics“ gesehen, noch bevor ich erfahren habe, dass dieser auf dem gleichnamigen Roman basiert. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Buch gekauft hätte, wenn ich den Film nicht kennen würde, doch glücklicherweise ist das nicht der Fall gewesen.
An diesem Buch hat mir sehr gefallen, dass man mehr oder weniger viel über die Charaktere erfahren hat – wieso sie über eine bestimmte Sache auf diese oder andere Weise denken, warum sie so sind, wie sie sind und so weiter. Je weiter man gelesen hat, umso detailreicher wurde es und umso mehr hat die Autorin die Charaktere dem Leser näher gebracht. Im Mittelpunkt sttehen hier natürlich Laura und Tom, die füreinander bestimmt zu sein scheinen, es aber doch nicht schaffen, sich dies einzugestehen. Als Leser fiel es einem schwer nachzuvollziehen, weshalb Tom Laura verlassen hat und nun im Begriff ist, ihre beste Freundin Lila zu heiraten. So wie Tom in der Gegenwart beschrieben wurde, war er mir fast schon unsympathisch, viel lieber hätte ich „den früheren Tom“ kennengelernt – die Person, die er war, als er noch mit Laura zusammen war.

Am schwersten fiel es mir, Sympathie für Lila, aber auch ihre Mutter Augusta zu empfinden. Beide waren sehr aufs Äußere bedacht – darauf, was die Leute wohl denken werden, und immer im besten Licht zu stehen. Viel weniger ging es den beiden darum, was die Menschen um sie herum, Freunde und Familie, fühlten oder dachten. Wie sie an einigen Stellen ihre Familienangehörigen und Freunde behandelt haben oder sich zum Teil kaum für diese interessiert haben, war mir sehr oft unverständlich. Diese egoistische und zum Teil auch etwas bösartige Art der Beiden hat es mir so gut wie unmöglich gemacht, sie zu mögen. Am Beispiel der Familie Hayes (Lilas Familie) wird sehr deutlich, dass Reichtum eine Familie nicht glücklich machen kann, vielmehr kann es dazu kommen, dass man außer dem ganzen Besitztum nichts mehr sieht, außer sich selbst und seine eigenen Wünsche. Vor allem leiden darunter auch die zwischenmenschlichen Beziehungen – und das sehr stark.

Das offene Ende sowohl im Buch als auch im Film hat mir anfangs so gar nicht zugesagt. Ich wollte unbedingt sehen, dass Tom und Laura schlussendlich doch noch zueinander finden, andererseits lässt einem ein offenes Ende genügend Raum für eigene Vorstellungen und mögliche Interpretationen. In gewissem Sinne war es ja auch ein „positives offenes Ende“ – versteht ihr?

Ich finde, The Romantics ist zwar ein melancholisches Buch, welches eine sehr nachdenkliche Wirkung auf den Leser ausübt, aber es ist eine nicht weniger schöne Geschichte. Jedenfalls freue ich mich sehr, dieses Buch gelesen zu haben und von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

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