Rezension: Leotas Garten von Francine Rivers

Ein Buch von Francine Rivers zu lesen ist für mich immer etwas Besonderes – ihre Geschichten sind auf der einen Seite immer spannend und gefühlvoll erzählt, auf der anderen Seite sind sie immer geist- bzw. lehrreich und bringen einen jedes Mal aufs Neue zum Nachdenken. So auch Leotas Garten. Bevor ich es zu lesen begonnen habe, habe ich mich im Internet nach den Meinungen anderer Leser umgeschaut und musste feststellen, dass viele es als eines ihrer weniger guten Bücher sehen. Doch jetzt, wo ich das Buch beendet habe, kann ich dem nicht zustimmen. Auch dieser Roman ist auf seine einzigartige Weise wunderschön und auf jeden, jeden, jeden Fall lesenswert!

Autorin: Francine Rivers, 448 S., Gerth Medien Verlag, erschienen: Januar 2016, Einband: gebunden, Neupreis: 16,99€, Originaltitel: Leota’s Garden

Einst war Leotas Garten ein wunderbarer Ort voller Leben und Schönheit. Doch die Zeiten haben sich geändert. Nun ist Leota eine alte Frau, die allein in ihrem Haus samt verwahrlostem Garten lebt und unter bitteren Erinnerungen und dem fehlenden Kontakt zu ihrer Familie leidet.
Doch dann trifft sie auf Corban, der ihr von nun an Woche für Woche einen Besuch abstattet. Zusammen mit Leotas Enkelin Annie beginnt Corban, Leotas Garten wieder neues Leben einzuhauchen. Damit kommt eine dramatische Entwicklung in Gang, die keinen der Beteiligten unverändert lässt.
Dieses Buch ist so vielseitig! Man trifft so viele verschiedene Menschen und damit auch verschiedene Meinungen und Lebensumstände. Im Mittelpunkt steht die 84 Jahre alte Leota, die einsam in ihrem kleinen Haus lebt und kaum Kontakt zu ihren Kindern hat. Sie hat es schwer, denn sie ist allein auf sich gestellt, doch sie hat Gott. Man merkt schnell, dass Er ihr ständiger Begleiter ist. Sie spricht mit Ihm, erzählt Ihm ihre Freuden und Traurigkeiten und Er hört ihr zu. Aus dem Ganzen hört man jedoch ihre Mutlosigkeit und Müdigkeit heraus – Leota fragt sich, ob es denn je dazu kommen wird, dass ihre Kinder sich einmal an sie wenden, ob sie zu ihr zurückkomen werden.
Dann ist da noch Annie – Leotas Enkelin. Sie ist ein überaus liebenswerter Mensch, den man einfach ins Herz schließen muss. Wenn man ihre Mutter Nora bzw. Eleanor kennenlernt, kann man nur schwer glauben, dass die beiden Mutter und Tochter sein sollen. Während Nora eine stolze, unabhängige und nachtragende Frau ist, ist Annie freundlich, gutmütig, fröhlich und demütig. Als sie anfängt, ihre Großmutter Leota regelmäßig zu besuchen, ändert sich das Leben für beide. Leota hat wieder Grund zur Freude am Leben und Annie lernt Vieles von ihrer Großmutter – vor allem lernt sie aber, diese zu lieben.
Besonders faszinierend an Annie fand ich ihre Beziehung zu Gott, die so tiefgehend und stark und hingebungsvoll war. Sie hatte einen sehr großen Glauben und starkes Vertrauen in Ihn und hat Ihn immer an die erste Stelle gestellt:
„Wie groß du bist. Wenn es auch scheint, als ob das Böse herrscht, wenn auch Kriege kommen nd Gewalt die Erde überzieht und die Menschen ihr Leben in ihre eigenen Hände nehmen – du bist immer zum Ziel gekommen und du wirst es immer tun. Ich kann mich an deinen Verheißungen festhalten und auf deine Stimme hören. Ich kann dir vertrauen, egal, was geschieht. Was auch immer mein Weg sein wird, ich weiß, ich werde nicht aus deiner Hand fallen. Du wirst mich sicher nach Hause bringen.“
– S. 448
Besonders schön und passend fand ich, wie die Autorin den Garten in Verbindung mit Gott gebracht. Das hat der ganzen Geschichte noch mehr Tiefsinn gegeben und Leotas Garten noch bedeutungsvoller gemacht. Gleichzeitig war der Garten – besonders zum Ende hin – ein Sinnbild für Zusammenhalt und die Liebe. Als es zum Schluss endlich zur Aussprache zwischen den Charakteren kam, merkte man, wie die Familie wieder zueinander fand. Und auch hier spielte der Garten wiederum eine nicht geringe Rolle.
Ich habe es, besonders zum Ende hin, geliebt, dieses Buch zu lesen. Die Geschichte hat so deutlich zu einem gesprochen, dass man das Buch einfach nicht mehr weglegen wollte. Es ist ein weiterer Beleg dafür, wie wichtig es für eine Familie ist, füreinander da zu sein, einander zu schätzen und zu lieben und keinen Streit und Unfrieden einzulassen. Dies klappt jedoch nur mit der Hilfe Gottes, man muss Ihm vertrauen und an Ihn glauben, denn Er lässt alles so zu, wie es am besten für jeden ist. Er macht keine Fehler.
Ich vergebe für dieses wundervolle Buch 5 von 5 Sterne.
Einen herzlichen Dank an den Gerth Medien Verlag für dieses Rezensionsexemplar!
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