Rezension: Ungeschminkt in London von Stephanie Rapp

Die Anzahl meiner bisher in 2017 durchgelesenen Bücher ist noch nicht sehr hoch, doch es waren bereits einige Bücher dabei, die mir gefallen haben. Darunter zählt auch Ungeschminkt in London von Stephanie Rapp, der erste Roman der Autorin, und der im Gegensatz zu ihren anderen Büchern keine historische Geschichte erzählt, sondern in der heutige Zeit spielt.

Autorin: Stephanie Rapp, 256 S., SCM Hänssler Verlag, Paperback, 8,95 €, ISBN: 978-3-7751-5361-4, erschienen am: 10.01.2012

Anna ist Mitte dreißig, alleinerziehend und lebt als Deutsche mit ihren Kindern in London. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie nach jahrelanger Berufspause eine Anstellung als Anwältin in einer Kanzlei findet. Dumm nur, dass sie für ihren ersten Mandanten ein Grundstück kaufen soll, auf dem ein Jugendzentrum steht, und dass ausgerechnet dieses Jugendzentrum neuerdings die wichtigste Anlaufstelle für ihren behinderten Sohn ist. Dann gibt es da noch den attraktiven Leiter der Einrichtung, der doch eigentlich ihr Gegner ist …

Ich habe dieses Buch angefangen zu lesen, weil mir gerade nach leichterer Lektüre war. Ich wollte eine schöne, mitreißende und rührende Geschichte lesen, in die man eintauchen, alles drum herum vergessen und wieder auftauchen kann. Dieser Wunsch wurde mir auch erfüllt.
Es geht in diesem Roman um die alleinerziehende Mutter Anna mit ihren Kindern Jack und Keira, die in London leben. Gebürtig ist Anna Deutsche und ihre Verwandtschaft lebt größtenteils in Deutschland, was häufige Treffen nicht besonders einfach macht. Anna ist Anwältin, doch Berufserfahrung hat sie bisher kaum sammeln können, obwohl sie schon Mitte dreißig ist. Vielmehr wollte sie für ihre Kinder da sein und sich um sie kümmern.

Als Anna nach England gezogen ist, hatte sie sich ihr zukünftiges Leben mit Sicherheit nicht so „düster“ und voller Schicksalsschläge ausgemalt. Damals hatte sie noch ihren Mann an ihrer Seite. Rückblickend muss man aber sagen, dass Anna trotz der verschiedenen harten Lebensumstände, in denen sie sich bereits befand, ihre Sache sehr gut gemeistert hat. Sie hat nicht einfach aufgehört, für ihre Familie zu kämpfen, sondern alles dafür gegeben, ihren Kindern ein normales Leben zu ermöglichen.
Besonders schwer hat sie es mit ihrem elfjährigen Sohn Jack, der seit seiner Geburt eine Behinderung hat. Mit der Zeit entwickelt er eine rebellische Seite, die ihn immer weiter von seiner Mutter entfernt. Umso mehr sucht er aber die Gemeinschaft mit Liam Jones, dem Leiter eines Jugendzentrums, das eine weitere wichtige Rolle in der Handlung einnimmt.

Stephanie Rapp erzählt sehr mitreißend, so dass man als Leser nicht anders kann, als mit den Charakteren mitzufühlen. Es war auch sehr schön, dass nicht immer nur Annas Sicht dargestellt wurde, des Öfteren kamen auch Jack und Liam zu Wort, wodurch man als Leser den Figuren noch etwas näher kam.
Jedoch hat mir im Gesamten der Bezug zum Glauben gefehlt. Zwar gab es hin und wieder ein kurzes Gebet oder einen Gedanken über Gott, und am Ende hat Anna sich für ein Leben mit Gott entschieden – es hätte aber gerne etwas mehr Glaubensbezug geben können.
In der Geschichte gab es auch einige spannende Stellen, die einen mitfiebern ließen und zum Weiterlesen „zwangen“. So gab es da einen Jungen namens Nicki im Jugendzentrum, der mit Drogen zu tun hatte. Einmal ging es soweit, dass er mit seinem Leben nur knapp davon gekommen ist, doch zum Schluss hat man erfahren, dass er nach der Genesung wieder weitergemacht hat. Somit wurde der Bezug zur Realität nicht einfach weggelassen, auch wenn man es lieber gesehen hätte, dass der Junge etwas aus dem schlimmen Vorfall gelernt hat.

Insgesamt habe ich das Buch sehr gerne gelesen und es hat mir nicht weniger gefallen, als andere Bücher der Autorin (obwohl „Als der Himmel zerriss“ immer noch mein Favorit ist). Ich kann dieses Buch auf jeden Fall weitermepfehlen und hoffe, dass es bald neuen Lesestoff von Stephanie Rapp gibt! Ich bewerte dieses Buch mit 4/5 Sternen.

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