Rezension: Sehnsucht nach Eden von Linda Nichols

Linda Nichols ist für mich eine der Autorinnen, von der ich alles lesen würde, ohne mich vorher über das Buch informiert zu haben, denn bisher hat sie mich immer überzeugen können. Daher war ich mir sicher, dass Sehnsucht nach Eden auch so ein Buch sein würde.
Und das war es auch.
Wo mich die erste Buchhälfte noch nicht besonders mitreißen konnte, hat mich der Rest total umgehauen. Aber im Folgenden mehr dazu.

Autorin: Linda Nichols, 512 S., Francke Verlag, Einband: Taschenbuch, Neupreis: 9,95 €, Originaltitel: In Search of Eden

Als Weltenbummlerin Miranda DeSpain unverhofft auf einen Hinweis über den Verbleib des Kindes stößt, das sie mit 16 zur Adoption freigeben musste, gibt es für sie kein Halten mehr. Ihre Spur führt sie direkt ins kleine Städtchen Abingdon. Die schrulligen Einwohner und die quirlige kleine Eden machen es ihr leicht, sich dort heimisch zu fühlen. Doch mit ihrer Suche kommt sie nur mühsam voran. Zumal es der örtliche Polizeichef scheinbar auf sie abgesehen hat. Er verfolgt sie auf Schritt und Tritt. Trotzdem gibt Miranda nicht auf. Sie weiß: Dies ist ihre letzte Chance. Dies ist ihre Gelegenheit, die Puzzleteile ihres Lebens zu einem vollständigen Bild zusammenzufügen und endlich nach Hause zu kommen.

Das Thema, um welches es in diesem Buch im Grunde geht – Adoption – ist ein schwieriges, denn hier liegt der Fall von „erzwungener“ Adoption vor. Miranda, die Protagonistin, war 15, als sie ihr Baby zur Welt brachte und ihre Mutter organisierte eine private Adoption ohne die Zustimmung ihrer Tochter. Dies lässt Miranda keine Ruhe, weshalb sie seitdem ein unruhiges Leben ohne größeren Sinn führt.

Es tat mir beim Lesen sehr weh, wie Miranda ihr Baby schmerzlich in ihrem Leben vermisst hat. Dazu war ihre Beziehung zu ihrer Mutter sehr kompliziert, was ihr nicht dazu verhalf, sich besser zu fühlen. Erst nach dem Tod der Mutter konnte sie „aufatmen“ und ihr eigenes Leben führen. Die Veränderung konnte man deutlich in ihrer Persönlichkeit sehen. Plötzlich durfte sie ihr Leben so gestalten, wie sie wollte und hatte nicht immer ihre Mutter im Rücken.
Auf der Suche nach ihrem mittlerweile elf Jahre alten Kind hat sie auch eine Menge über die schreckliche Vergangenheit ihrer Mutter erfahren. Erst jetzt verstand sie, was ihre Mutter dazu bewegt hatte, sich so zu verhalten, wie sie es getan hatte – und Miranda lernte, dakbar dafür zu sein und ihre Mutter mehr zu lieben.

Die Suche nach ihrem Kind führte sie zu einem kleinen Örtchen Abingdon, doch es war eine sehr erschwerliche Suche, denn Miranda hatte keinerlei Informationen über ihr Baby. War es ein Mädchen oder Junge? Wie viel wog es bei der Geburt und wir groß war es? Irgendwann kam sie zu dem Entschluss, die Suche zu beenden, denn es schien, dass sie in einer Sackgasse gelandet war. Umso schöner war es, zu sehen, wie Gott sie am Ende aus dieser scheinbar auswegslosen Situation herausgeführt hat.

Miranda blieb in Abingdon und lernte die Menschen dort, aber auch Gott lieben. Das Städtchen war ein ganz charmantes und ich habe mir nicht nur einmal vorgestellt, wie es wäre dort zu leben. Besonders die kleine Eden hat es mir angetan. Sie war so liebenswert und oft musste man einfach mit ihr mitfühlen, denn ihre Familie hatte Einiges durchzustehen. Dennoch hat sie ihren Lebensmut nicht verloren.

Ich fand es sehr schön, über Menschen zu lesen, die einen fest verankerten Glauben an Gott haben, man nehme Grandma Ruth als Beispiel. Man hat zuweilen gespürt, dass Gottes Liebe in ihr wirkt, denn sie ist den Menschen mit Freundlichkeit und Vertrauen entgegengekommen und hat allein durch ihr Handeln von Gott gezeugt. Das ist eine Eigenschaft, die ich auch an mir gern mehr ausgeprägt sähe.

Ich habe mich mit der ersten Hälfte des Buches, ehrlich gesagt, etwas schwer getan, denn es hat gedauert, bis die Handlung an Form zugenommen hat. Doch je mehr ich las, umso mehr vertiefte ich mich in die Geschichte, bis es mir zunehmend schwerer fiel, das Buch aus der Hand zu legen – also: das Lesen lohnt sich!
Während ich den ersten Teil des Buches noch mit 2-3 Sternen bewertet hätte, würde ich den letzten Teil aber mit 5 Sternen bewerten, womit ich zu dem Gesamtergebnis von 4 von 5 Sternen komme. Ich möchte euch auf jeden Fall dieses Buch ans Herz legen!

Einen herzlichen Dank an den Francke Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s