Rezension: Die Rache des Inquisitors von Alexander Hartung

Letzte Woche habe ich Die Rache des Inquisitors gelesen, das mir ganz gut gefallen hat. Das liegt wohl auch daran, dass die Thematik, um die es in diesem Roman geht, mich interessiert – eigentlich finde ich historische Romane fast immer spannend, denn sie helfen uns heute, sich ein Bild davon zu machen, wie es damals ungefähr gewesen ist.

Autor: Alexander Hartung, 320 S., Brendow Verlag, Taschenbuch, erschienen: 2016,
Neupreis: 10,95 €

Deutschland im 17. Jahrhundert. Die Hexenverfolgung macht auch vor dem beschaulichen Dörfchen Reheim im Taunus nicht Halt. Der blinde Dominikanerpriester Baselius und sein junger Gehilfe Thomas verfolgen erbarmungslos ihr Ziel, die Ketzerei auszurotten. Die Schreckensherrschaft der Inquisition hetzt die Bürger gegeneinander auf, jeder beschuldigt jeden, um die eigene Haut zu retten, und immer mehr Scheiterhaufen brennen. Nur die junge Klara schöpft aus ihrem Glauben heraus den Mut, sich zu widersetzen, als ihre Freundin Agnes den Flammen zum Opfer fällt. Trotz der Warnungen ihres Onkels Markus und ihres Jugendfreundes Peter stellt Klara Nachforschungen an. Als sie auf ein dunkles Geheimnis stößt, das sich hinter dem religiösen Eifer des jungen Thomas verbirgt, gerät sie selbst in Gefahr …

Bisher habe ich noch nicht viele historische Krimis gelesen, daher war dieses Buch das Genre betreffend etwas „Besonderes“ für mich. Zum Anderen habe ich bislang auch kaum etwas über die Inquisition gelesen. Inquisitionen sind Gerichtsverfahren, die durchgeführt wurden, wenn Menschen sich von dem „richtigen“ Glauben abwandten – sogenannte Häretiker.

In diesem Roman merkt man, dass zu der Zeit – 17. Jahrhundert – die Kirche sehr dominant war. Sie hatte eine große Macht, denn damals waren die Menschen um Einiges religiöser, aber auch abergläubiger als heute.
Viele Männer der Kirche haben ihre Berufung, ihre Arbeit sehr ernst genommen und von ganzem Herzen sowie aus dem Glauben an Gott ausgeführt.
Doch es gab auch – leider – nicht wenige, die sich der Kirche anschlossen, um die große Macht über die Menschen zu erhalten. Da man dies nach außen hin nicht (sofort) erkennen konnte, hatten viele unschuldige Menschen darunter zu leiden, so auch in diesem Roman.

Der ältere und blinde Inqisitor (Richter der Inquisition) Baselius sowie der jüngere Thomas hatten zu Ohren bekommen, dass in dem Dorf Reheim Ketzerei betrieben wurde und machten sich auf den Weg dorthin. Es wurden mehrere gute Menschen und Christen fälschlicherweise als Ketzer „enttarnt“, gefoltert und letzten Endes durch Inquisitionen zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt.
Es war erschreckend, wie ein Verdacht oder ein vages Beweisstück gleich zur Verurteilung führen konnte.

Die Protagonisin in diesem Roman ist die 17-jährige Klara, die die verurteilten und schließlich verbrannten Charaktere meist sehr gut kannte. Sie glaubte nicht daran, dass einer von ihnen Ketzer gewesen sein sollte und machte sich auf die Suche nach dem Grund, weshalb sie sterben mussten. Schließlich hat sie die Wahrheit herausgefunden und enthüllte sie kurz vor ihrer eigenen Hinrichtung, was sie jedoch vor dieser gerettet hat.
Ihr Mut, ihr Sinn für Gerechtigkeit und ihre vermeintliche Furchtlosigkeit waren sehr bewundernswert. Nicht nur einmal hat sie sich auf der Suche nach der Wahrheit in Lebensgefahr gebracht, doch das hat sie nicht davon abgehalten. Große und lebensrettende Unterstützung erhielt sie dabei von ihrem Onkel Markus, der sie nach dem Tod ihrer Eltern zu sich genommen hat.

Mir hat Die Rache des Inquisitors sehr gefallen, denn es war einerseits sehr informativ, andererseits auch sehr spannend. Ich habe Dinge erfahren, von denen ich noch nichts gewusst habe, wurde aber völlig von der Geschichte mitgerissen. Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

Einen herzlichen Dank an den Brendow Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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