Rezension: Ein Haus in Brooklyn von Lynn Austin

Die letzte Woche habe ich mit dem Buch Ein Haus in Brooklyn von Lynn Austin beendet und war danach noch einige Stunden mental mit diesem Roman beschäftigt. Er hinterließ mich sehr nachdenklich, weil ich in der Geschichte die verschiedensten Charaktere kennengelernt habe, von denen viele, eigentlich sogar die meisten, eine Verwandlung durchgemacht haben. Zudem spielt sich die Handlung zu der Zeit des II. Weltkrieges ab, was das Ganze noch um Einiges interessanter gemacht hat!

Autorin: Lynn Austin, 416 S., Francke Verlag, Paperback, Neupreis: 15,95 €, Originaltitel: While We’re Far Apart

In einem Haus in Brooklyn überschlagen sich Anfang der 1940er-Jahre die Ereignisse. Die zwölfjährige Esther Shaffer muss nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter verkraften, dass ihr Vater freiwillig in den Krieg zieht, Penny Goodrich, die heimlich in Esthers Vater verliebt ist, eröffnet sich dadurch die Chance ihres Lebens und Jakob Mendel, der um seinen Sohn in Ungarn bangt, wird beschuldigt, die Synagoge seiner Gemeinde angezündet zu haben. Alle Bewohner des Hauses fiebern dem Frieden entgegen, doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Werden sie erkennen, dass Gott in ihrem Leben am Wirken ist – selbst wenn er schweigt?
Werden sie erkennen, dass er sie liebt und auch heute noch Wunder wirkt?

In diesem Roman findet man mehrere Handlungsstränge nebeneinander herlaufen: zum Einen ist da Penny Goodrich, eine junge, aber sehr zurückhaltende Frau, die sich anbietet, für die Kinder ihres verwitweten Jugendfreundes Eddie Shaffer (in den sie heimlich verliebt ist) zu sorgen, während dieser in den Krieg zieht.
Dann trifft man die beiden Shaffer-Kinder Esther und Peter, die sich an den Verlust der Mutter gewöhnen, nun aber auch noch ihren Vater ziehen lassen mussten.
Außerdem wohnt im selben Wohnhaus der jüdische Vermieter Jakob Mendel, der sich im Laufe der Zeit mit den Kindern anfreundet.

Zu Beginn besteht zwischen Penny und den Kindern keine gute Beziehung, denn diese wollen bzw. können sie nicht akzeptieren. Da die junge Frau zudem auch noch keinerlei Erfahrung mit Kindern hat, fällt es ihr schwer, sich diesen zu nähern. Doch irgendwie gelingt es ihnen, sich miteinander zu arrangieren.
Anfangs hatte ich selber Probleme mit Penny, denn dadurch, dass sie anbot, sich um die Shaffer-Kinder zu kümmern, wollte sie nur erreichen, dass deren Vater ihr endlich seine Aufmerksamkeit schenkt. Demzufolge konnte dabei nichts Gutes herauskommen. Sie war eine unsichere und in den meisten Lebensbereichen unerfahrene Person, was sich mit der Zeit, insbesondere mit der Hilfe der Kinder Esther und Peter, dem Herrn Mendel und ihrem neuen Freund Roy Fuller, geändert hat. Jetzt, wo sie selbstständig geworden war und nicht mehr unter der wohlbehüteten Obhut ihrer alten Eltern stand, war sie herausgefordert, Einiges in ihrem Leben zu ändern – was ihr auch gelungen ist und sie mir gleichzeitig immer mehr sympathisch gemacht hat.

Lynn Austin muss für diesen Roman nicht wenig recherchiert haben, denn ich habe Dinge über den Zweiten Weltkrieg erfahren, die mir vorher nicht ganz klar bzw. überhaupt bewusst waren. Der Sohn des Jakob Menden, Avraham Mendel, befand sich in Ungarn und schrieb seinem Vater regelmäßig und seine Briefe waren voller Erzählungen über das Leben der Juden in den europäischen Ländern und wie diese dort behandelt wurden. Ich denke, dass diese Berichte durchaus passend sind, in Wirklichkeit alles aber sicherlich noch um Einiges grausamer gewesen ist. Viele Passagen ließen sich dadurch sehr schwer lesen, die Realität wurde jedoch nicht verschönigt.

Es wäre nicht Lynn Austin, wenn sie keine biblischen Bezüge hergestellt hätte. Die Nazi-Zeit in Bezug auf die Juden hat sie mit einigen Bibelstellen über das Volk Israel verglichen, worauf ich selber bisher noch nicht gekommen bin, und das gab mir ebenfalls Stoff zum Nachdenken.

Insgesamt hat mir dieser Roman sehr gefallen, auch wenn sich das erste Drittel circa etwas gezogen hat. Doch von da an hat sich das gebessert und wie ich bereits erwähnt habe, ließ mich das Buch noch einige Zeit nach dem Lesen nicht los. Es geht um Charakterveränderungen, das Vertrauen in Gott in schweren Zeiten und Vieles mehr, was Einen dazu anregt, seine eigenen Standpunkte und Prioritäten zu überdenken. Dieses Buch sollte man auf jeden Fall gelesen haben! 4 von 5 Sterne.

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