Rezension: Alles aus Berechnung von Kirsten Winkelmann

Nachdem ich ca. 3/4 des Buches „Between Sisters“ von Kristin Hannah gelesen, es dann aber abgebrochen habe, entschied ich mich kurzerhand für Alles aus Berechnung von Kirsten Winkelmann als nächste Lektüre. In den ersten Tagen, als ich mit dem Lesen angefangen habe, dachte ich, ich würde diesen Roman innerhalb kürzester Zeit durchlesen, denn von dieser Autorin habe ich bisher nur sehr Gutes gelesen, doch leider habe ich mich getäuscht: „Alles aus Berechnung“ war das einzige Buch, das ich im Februar gelesen habe.

Autorin: Kirsten Winkelmann, 438 S., Gerth Medien Verlag, gebunden, 03/2003

Madita von Eschenberg ist, wie der Name schon sagt, eine junge Frau aus gutem Hause. Sie ist schön, intelligent und selbstbewusst und genießt es, die Männerwelt um den Finger zu wickeln.
Doch eines Tages überbringt ihr Vater die Hiobsbotschaft, dass die elterliche Firma vor dem Ruin steht und es bald mit dem Luxusleben vorbei ist – es sei denn, Madita würde den Sohn ihres schärfsten Konkurrenten heiraten. Eine Zweckehe aus reiner Berechung? Madita wehrt zunächst empört ab, doch es scheint keinen anderen Ausweg zu geben. Und so erklärt sie sich schließlich bereit, einen völlig Fremden zu heiraten, der zu allem Überfluss nicht nur ziemlich kauzig, sondern auch noch blind ist und somit Maditas Reize keineswegs zu würdigen weiß.
Das Wesentliche eines Menschen lässt sich nur mit dem Herzen erkennen. Für die Augen ist es unsichtbar. Doch diese Wahrheit ist Madita ehrlich gesagt ziemlich egal. Auf keinen Fall wird sie sich mit diesem Samuel befassen! Sie will ihr sorgloses Leben zurück, und sie hat noch immer bekommen, was sie wollte …

Kirsten Winkelmann ist definitv eine lesenswerte Autorin, daher war ich mir sicher, dass mir auch Alles aus Berechnung sehr gut gefallen würde – was bis auf das „sehr gut“ auch der Fall war.

Die Protagonistin Madita ist eine sehr bestimmte, direkte und selbstbewusste Frau, die in ihrem Job als Ärztin natürlich sehr gut ist. In Bezug auf Menschen verhält sie nicht gerade freundlich, tatsächlich gibt es nur wenige Menschen in ihrem Leben, die ihr wirklich wichtig sind: ihr Vater und teils auch ihre Schwester. Außerdem ist sie verlobt mit ihrem Arbeitskollegen und im Grunde scheint in ihrem Leben alles perfekt zu sein – jedenfalls von der materiellen Seite….

…bis sie vor die Entscheidung gestellt wird, einen ihr unbekannten Mann zu heiraten, um die Firma ihrer Eltern zu retten, oder ihr gewohntes Leben weiterzuführen und damit den Ruin der Firma hervorzurufen. Nach längerem Hin und Her entscheidet sie sich für die Heirat.

Kurz vor der standesamtlichen Hochzeit sieht sie ihren Fast-Ehemann zum ersten Mal und muss feststellen, dass er blind ist. Zu dem Zeitpunkt kann sie sich ihre Zukunft nicht schlimmer vorstellen.
Ihre erste Zeit im Hause ihres Mannes Samuel fällt ihr nicht sonderlich leicht. Plötzlich ist sie auf sich selbst gestellt, hat niemanden, der für sie kocht, wäscht usw. Hinzu kommt, dass Samuel und sie von Anfang an auf Kriegsfuß miteinander stehen.

Während beide in den ersten Wochen versuchen, sich das Leben gegenseitig absichtlich schwer zu machen, gewöhnen sie sich in gewisser Weise aneinander und bald werden sie zu guten Bekannten, fast schon Freunden.

Anfangs hatte ich Einstiegsschwierigkeiten, die Protagonistin war mir einfach nicht sympathisch und meine Erwartungen an das Buch waren anders. Mit fortschreitender Handlung wurde die Handlung zwar interessanter, doch nicht so spannend, wie ich es erwartet hatte. Allerdings hat sich das Ganze zum Ende hin geändert, schließlich fiel es mir schwer, das Buch wegzulegen.
Je mehr ich las, konnte ich mich außerdem immer mehr mit Madita anfreunden. Sie ist umgänglicher geworden, was teilweise sicher an Samuels Einfluss auf sie lag. Zudem hat sie sich zum Ende hin immer öfter Gedanken um Gott und den Glauben gemacht. Durch eine Patientin, die ihr mit der Zeit eine gute Freundin geworden ist, begann sie, eine Gemeinde zu besuchen.

Insgesamt hat mir Alles aus Berechnung gefallen, wenn auch nicht so sehr, wie die anderen Kirsten Winkelmanns Romane, die ich vorher schon gelesen habe. Es war unterhaltsam und interessant und trotz einiger Schwächen fand ich das Buch gut. Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.